Ein halbes Jahrhundert Karriere konnte sie vor kurzem feiern. Sie landete Hits auf dem ganzen Erdball, gewann einen Grammy und war als erste afrikanische Frau in den US-Charts, hat Zeitgeschehen auf der politischen Bühne mitgeformt und vor Papst, Präsidenten und Königen gespielt. Wenn bei irgendeiner afrikanischen Künstlerin der Begriff "Weltstar" angebracht ist, dann ist das Miriam Makeba.
Im zarten Alter von 72 Jahren überrascht uns "Mama Africa" mit einer Sammlung ihrer persönlichen Lieblingssongs der letzten Jahrzehnte. Und anders als die vielen Best of- und Revival-CDs, die meist ohne ihr Wissen und ihre Zustimmung erscheinen, kommt diese Kollektion frisch aus dem Studio. Jede einzelne Perle des Albums ist eine Neueinspielung. Die Grande Dame der afrikanischen Musik zeigt sich vielseitig wie selten — zwischen Pop, Jazz und afrikanischer Folklore. Ob wehmütig wie in der bezwingenden Liebesballade "Love Tastes Like Strawberries", neckisch wie im Bossa-Klassiker "Mas Que Nada", mit unbeschwerter Fröhlichkeit in "I Shall Sing" oder funky in "African Convention" — Makebas Stern leuchtet heller denn je.